Homeoffice senkt Bedarf an Büroflächen um bis zu 12 Prozent

Homeoffice wirkt sich auch auf den Markt für Büroflächen aus, sagt eine Studie. Die Nachfrage sinkt demnach und die Anforderungen ändern sich.

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Schönere Gruppenarbeit im Büro.

(Bild: Blue Planet Studio/Shutterstock.com)

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Das in vielen Unternehmen inzwischen regelmäßig praktizierte Homeoffice senkt in Deutschland auch den Bedarf an Bürofläche, wie eine Untersuchung des ifo Instituts in Zusammenarbeit mit dem Immobilienberater Colliers ergeben hat. Vor allem bei Großunternehmen und in Branchen mit starker Homeoffice-Nutzung sinke die Nachfrage. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. In diesen Städten dürfte bis 2030 12 Prozent weniger Büroraum gesucht werden, prognostizieren die Experten.

"Das entspräche in den 7 Großstädten einem Minderbedarf von rund 11,5 Millionen Quadratmetern Bürofläche", sagte ifo-Forscher Simon Krause, Ko-Autor der Studie. "Die neue Arbeitswelt stößt einen Strukturwandel im Büromarkt an", so Krause. 2023 seien die Umsätze am Bürovermietungsmarkt auf das Niveau der akuten Corona-Krise gefallen. Die Leerstandsquote von unter 3 Prozent im Jahre 2019 sei 2023 auf über 6 Prozent und der Anteil der Untermietverträge von unter 2 Prozent vor der Pandemie auf fast 8 Prozent gestiegen. Hier spielten wohl aber auch Pandemie-Nachwirkungen mit hinein, da sich diese wegen der Dauer von Büromietverträgen erst verspätet zeigten.

Eine schnelle Erholung am Büroflächenmarkt sei aktuell nicht erkennbar, sagte Immobilien-Experte Andreas Trumpp von Colliers. Allerdings bedeute in Schnitt sinkende Flächennachfrage nicht, dass die Mieten überall sinken. Moderne Flächen in zentraler Lage seien nach wie vor gefragt – und hier stiegen auch die Preise. Ebenfalls zeige sich, dass es nur begrenzte Möglichkeiten gebe, Büros in dringend benötigtem Wohnraum umzuwandeln.

Im Wandel seien auch die Ansprüche der Unternehmen an ihre Büros, stellten die Experten fest. Gefragt seien jetzt Räume für persönlichen Austausch, die "New Work"-Fähigkeit von Bürogebäuden werde zu einem entscheidenden Anmietungskriterium.

Auch wenn viele Unternehmen wie etwa SAP und die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Arbeit von Daheim inzwischen beschneiden, sieht das ifo-Institut in seinen Untersuchungen seit knapp zwei Jahren eine stabile Homeoffice-Quote. "Die regelmäßige Arbeit im Homeoffice ist für etwa 25 Prozent der Beschäftigten und 69 Prozent der Unternehmen zur neuen Normalität geworden", erklärte Simon Krause. Viele Firmen setzten auf feste Präsenztage für die persönliche Zusammenarbeit und Homeoffice an den übrigen Tagen.

(axk)