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"Urgent Recall": Lidl UK ruft Süßigkeiten für Kinder wegen Porno-Link zurück

Lidl UK missachtet Online Safety Bill. Müssen Kinder beim Kauf von Süßigkeiten künftig eine Altersprüfung durchführen?

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Paw Patrol

Paw Patrol in Mitleidenschaft gezogen

(Bild: Lidl UK)

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Lesezeit: 2 Min.

Lidl UK rückt gerade in besonderes (Rot-)Licht – dank einer 'pornösen' Rückrufaktion für Süßigkeiten. Natürlich dürfen auch Kinder in Großbritannien nicht auf pornografische Inhalte zugreifen, doch bei Lidl war es jetzt möglich: Wer dort in letzter Zeit Süßigkeiten gekauft hat, wunderte sich über einen Link auf eine chinesische Pornoseite. Eigentlich sollte der Link auf eine Seite für Kindermode führen.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

"Die auf der Verpackung veröffentlichte URL der Website wurde manipuliert und enthält sexuelle Darstellungen, die für Kinder ungeeignet sind", erklärt Lidl UK das Malheur. Betroffen von dem gefährlichen Link sind verschiedene Keks- und Fruchtriegelsorten, die unter einer Marke der Kinderserie "PAW Patrol" laufen.

Und das alles, obwohl der Jugendschutz in Großbritannien mit der kontrovers diskutierten Online Safety Bill besonders streng geregelt werden soll – nicht, dass Kinder bald keine Süßigkeiten mehr kaufen dürfen ... Das hat wohl auch Lidl erkannt und mahnt seine Kunden, die Produkte "dringend" zurück in die nächste Filiale zu bringen. Käufer werden zudem angewiesen, die Seite nicht anzusehen. "Sehen Sie sich die Website nicht an und geben Sie das Produkt für eine volle Rückerstattung in der nächstgelegenen Lidl-Filiale zurück", heißt es in einem Post auf X/Twitter.

Inzwischen fragen zahlreiche Menschen auf X nach dem Link der Website. Hätten sie doch einfach nur rechtzeitig "Yummy Bake Bars Apple Flavour" und "All Butter Mini Biscotti Biscuits" gekauft. Ob Käufer auch Rückerstattungen für die leeren Verpackungen erhalten, bleibt unklar. Wer auch immer für den Fehler verantwortlich ist, muss die Süßigkeiten jetzt wahrscheinlich allein aufessen.

Wie es genau zu dem Vorfall kam, haben Lidl und der Hersteller der Süßigkeiten nicht erklärt. Jedoch gibt es Hinweise, dass auf den Verpackungen eine veraltete URL abgedruckt war. Diese führte früher auf die Seiten des chinesischen Lebensmittelherstellers, der die Süßigkeit fabriziert. Anfang 2023 gab es einen Inhaberwechsel. Dem neuen Domain-Inhaber gehören zahlreiche andere Domains, die auf einen sexuellen Kontext hinweisen. Möglich ist demnach, dass der Hersteller vergessen hatte, die Laufzeit der Domain zu verlängern oder sie zwischenzeitlich gekündigt hat, ohne Lidl darüber in Kenntnis zu setzen.

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Letzten Absatz ergänzt.

(mack)